Material und Beispiele

Damit Sie lange Freude an Ihrem Bild haben, verwende ich nur hochwertige Materialien. Bei den Papieren achte ich auf Säurefreiheit eine ausreichende Materialstärke. Bei den Farben lege ich Wert auf Lichtechtheit und einen reichen Pigmentgehalt. Hier ein paar Beispielbilder und eine kleine Übersicht der Mal- und Zeichenmittel, die zum Einsatz kommen.

Aquarell und Aquarell-Mischtechnik

Angus-Rind in Schleswig-Holstein
Angus-Rind in Schleswig-Holstein

 

Diese hübsche Kuh hat eine Freundin in Schleswig-Holstein fotografiert.


Mit Aquarellfarben male ich besonders gerne. Schon das Handling der Farben hat eine gewisse Leichtigkeit - einfach Farbkasten auf und loslegen ... Die Kehrseite der Medaille ist, daß man Farbaufträge nicht (oder nur sehr begrenzt) wieder wegnehmen kann. Einmal gemalt ist gemalt, es bleibt (im Gegensatz zum Öl-, Acryl- und Pastellbild) nicht viel Raum für Korrekturen. Man muß sich also im Vorfeld überlegen, wo die hellen Flächen stehenbleiben sollen. (Kleine Korrekturen sind mit Acrylfarbe noch möglich, aber nur ganz wenig, sonst sieht's blöd aus. Der Aquarell-Purist würde mich jetzt ohnehin steinigen :). Dafür aber hat man die ganze Bandbreite von "Nass in Nass" bis hin zu "Nass auf Trocken" zur Verfügung: man kann großflächige Farbverläufe aufs Papier werfen, eine Lasur über die andere legen oder sich mit allergrößter Pedanterie in spitzpinselige Details vesteigen ... es ist diese Mischung, die Aquarellmalen für mich so faszinierend macht. Ich könnte jetzt noch drei Seiten weiterschwärmen, über über die Leuchtkraft von Aquarellfarben, über die reine Farbbrillianz... 

Statt dessen hier noch das "Technische": Die Aquarellmalerei eignet sich auch für feine Strukturen auf eher kleinerem Format. Das fertige Aquarellbild ist relativ unempfindlich an der Oberfläche. Es sollte hinter Glas gerahmt aufgehängt werden, besonders schön und stilvoll ist es mit einem Passepartout; der Rahmen sollte schmal und nicht zu pompös ausfallen.

Bei Aquarell-Mischtechnik setze ich zusätzlich Acrylfarben ein, beispielsweise um weiße Stichelhaare oder die Schnurrhaare einer Katze nachzumalen. Ich male mit Künstler-Aquarellfarben von Schmincke und Windsor&Newton auf Karton von Hahnemühle oder Arches (mindestens 300 g/m²).

Acrylfarben (auf Leinwand oder Holz)

Fie (Pintostute). Fotos: Charlotte Spiegel
Fie (Pintostute). Fotos: Charlotte Spiegel

Aus zwei mach eins:

Ein Holzschild für die Stalltür.


Acrylfarben sind schnelltrocknend, deckend und farbintensiv. Man kann grobe & feine Strukturen gut darstellen. Mit einem Abschlussfirnis (Mattlack) versehen, wirkt das Acrylbild sehr edel und von einem Ölgemälde kaum zu unterscheiden. Es ist langlebig, robust und unempfindlich. Das fertige Acrylbild auf einem Keilrahmen muß nicht weiter gerahmt werden, um es aufzuhängen.

Grundsätzlich haften Acrylfarben (bei passender Grundierung) auf vielen Untergründen, weshalb sie auch im Außenbereich verwendet werden (z.B. zum Anstrich von Fensterrahmen oder Garagentoren). Ich male auf bespannten Keilrahmen von Henry mit grundiertem Baumwoll-Mischgewebe (360 g/m²) mit LEFRANC & BOURGEOIS Flashe Künstler-Acrylfarben.

Pastellkreiden und Pastellstifte

Snorre von Osdorf (EKH)
Snorre von Osdorf (EKH)

 

Ich habe mit Absicht den kleinen, dicken "Löwen" etwas schlanker gezeichnet :)


Pastellkreiden vereinen die Eigenschaften von Malerei und Zeichnung. Man kann sowohl weiche Strukturen als auch feine Details (Haare!) realisieren und damit gerade in der Tierdarstellung schöne Ergebnisse erzielen. Allerdings sollte man das Format nicht zu klein wählen; Pastellkreide gewinnt mit der Fläche. Pastellbilder sind leider etwas empfindlich, weshalb sie hinter Glas gerahmt werden sollten, idealerweise mit einem Passepartout.

Ich verwende weiche Pastellkreiden des Traditionsherstellers Sennelier, mittelharte eckige Kreiden von Koh-I-Noor sowie Faber Castell PITT-Pastellstifte, und experimentiere mit Zeichenpapieren wie Canson INGRES (125 g/m²), Clairefontaine PASTELMAT (360 g/m²) und Sennelier PASTEL CARD (360 g/m²)

Bleistiftzeichnung

Aslan (tschechischer Schäferhund). Foto: Karlheinz Morscheck.
Aslan (tschechischer Schäferhund). Foto: Karlheinz Morscheck.

 

Der sehr charmante und eigensinnige Hund meines Zeichenlehrers Karl Heinz Morscheck.


Dank zweier guter Lehrer kam ich ab 2013 auf den Trichter, daß auch mit dem Bleistift richtig schöne, realistische Zeichnungen möglich sind. Diese Zeichentechnik ermöglicht die Darstellung feiner Strukturen und Details, sie eignet sich besonders gut für einfarbige und kontrastreiche Vorlagen. Ich zeichne mit Graphitstiften verschiedener Härtegrade auf Zeichenpapier mit einer Stärke ab 150 g/m². 

Seidenmalerei

Ich male sehr gerne auf Seide, denn es ist wie Aquarellmalen auf großer Fläche. Man kann "Nass in Nass" und "Nass auf Trocken" malen und sehr ebenmäßige oder auch wüste und wilde Farbverläufe erzielen. Mit einem Unterschied: die Farbe läuft immer irgendwohin, solange der Seidenstoff noch keinen Farbauftrag hat. Deshalb müssen alle vorgegebenen Formen mit einem sogenannten Konturmittel begrenzt werden: da gibt es farblose Gutta (traditionell) oder verschieden pigmentierte Konturmittel. Bei dem unten stehenden Tiger habe ich jeden einzelnen Streifen sorgsam konturiert, das war echt Arbeit. Man muß aufpassen, daß die Linien wirklich geschlossen sind, sonst läuft die Farbe an den Lücken raus ... (ein Beispiel für das Making-Of  finden Sie hier.)

Einen Nachteil hat Seide allerdings: in der Sonne bleicht sie aus und wird spröde. Man sollte das Bild also nicht unbedingt dorthin aufhängen, wo die direkte Sonneneinstrahlung hinfällt.

Ich verwende Javanna-Seidenmalfarben, die bügelfixiert werden, und Seidentücher (90 x 90 cm) in der Qualität Ponge 08 und Ponge 10.